Event-Park mit Parkplatz: Kein Grund zum Feiern
In der Eröffnung „Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe“ am Sonntag, dem 18. September 2011 sehen wir keinen Anlass zum Feiern.
Wir kritisieren insbesondere die Öffnung des Kaltehofe Hauptdeichs für Autos und Busse. Die bislang autofreie Deichstraße, die intensiv von Radfahrern, Inline-Skatern und Spaziergängern genutzt wird, dient auf 500 Metern Länge als Zufahrt zu einem Parkplatz im Zentrum des neuen Event-Parks. Die Nutzung der Straße für den Autoverkehr ist ein klarer Verstoß gegen die Beschlüsse des ‚Agenda-21 Prozesses Kaltehofe’ aus dem Jahr 2005, eine der ausdrücklichen Festlegungen für die Nutzung der Halbinsel war damals ‚Keine Öffnung des Kaltehofe Hauptdeichs für Kfz’.
In einem so genannten Agenda-21 Prozess hatte ein Planungskreis von Anwohnern, Unternehmen, Behörden und Vereinen unter der Regie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) im Konsensverfahren die Grundlinien für die zukünftige Entwicklung Kaltehofes erarbeitet.
In diesem Prozess war es für HWO und viele andere Teilnehmer ein entscheidender Punkt, dass der Autoverkehr weiterhin aus Kaltehofe herausgehalten wird – und nun eröffnet Hamburg Wasser hier ein autogerechtes Veranstaltungszentrum?!

Mit dem Auto in die Natur der Umwelthauptstadt: Parkplatz auf Kaltehofe
Vor diesem Hintergrund widersprechen wir der gern von SDW-Chef Rüdiger Kruse (MdB CDU) verkündeten Ansicht, es handele sich bei dem Projekt um „ein Beispiel für gelungene Bürgerbeteiligung“. Aus unserer Sicht ist die Öffnung der Deichstraße für Autoverkehr eine Missachtung unseres ehrenamtlichen Engagements im Agenda-Prozess – und ein Beispiel dafür, wie Beteiligungsprozesse als unverbindliche Alibi-Veranstaltungen missbraucht werden können. Im Übrigen sollte Rüdiger Kruse als Berufspolitiker sollte die Bewertung des Erfolgs von Beteiligungsprozessen in Zukunft besser den Bürgerinnen und Bürgern überlassen.
Bereits vor zwei Jahren, als die Planungen für den Park öffentlich wurden, haben wir gegen die Öffnung der Straße, den Parkplatz und den Verstoß gegen die Beschlüsse des Agenda-Prozesses protestiert. In wenigen Wochen sammelten wir im Juli 2009 mehr als 300 Unterschriften für eine Petition an die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, in der es heißt: „Ein Parkplatz an der Villa und eine Zufahrt dazu am Deich würde das zerstören, was der neue Park eigentlich bewahren und erlebbar machen sollte: Die besondere Atmosphäre, die Erholsamkeit und den Zauber von Kaltehofe.“
Auswirkungen hatte das nicht. Im Gegenteil: In der Folge verweigerte das Bezirksamt uns Einsicht in die Baugenehmigung und zugehörige Unterlagen, auch die politischen Gremien beschlossen das Projekt lieber unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Um unsere Recht auf Information durchzusetzen, haben wir gegen das Bezirksamt Klage erhoben, das Verfahren steht aus...
Link » HWO-Pressemitteilung zu Kaltehofe, 16.9.2011
Link » Petition "Keine Autos auf Kaltehofe" (Juli 2009)
Link » Hamburger WochenBlatt zu Kaltehofe, (9.7.2009)